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Aus dem Osterrundbrief von Frau Maria Hofmann aus Namibia

"Zur gegenwärtigen Fastenzeit paßt für mich ein Satz von Hermann Hesse :

Was wir ändern können und sollen, das sind wir selber.

Viel Gelegenheit, meine Meinung zu ändern, habe ich mit meinen Studenten. Natürlich versuche ich auch, sie zu beeinflussen. Davon möchte ich ein bißchen erzählen:
Erstaulicherweise sind am anhänglichsten die Studenten, die ich zu kritisieren hatte. Die drei, die ich 2005 zu genauer monatlicher Buchführung mit Vorlage aller Belege verdonnert hatte, sind Disho, Kenned und Fillemon. Ende des Jahres hatten alle gelernt, am Monatsschluß noch etwas Geld zu haben. Glücklich darüber habe ich sie im November in den freien Umgang mit ihrem Geld entlassen.

Disho war schon immer sehr hilfsbereit. Jetzt, nachdem ich ihm meinen alten Kühlschrank geschenkt habe, fragt er immer, ob er etwas tun könne. Heute hat er mir im Garten zwei Blumenkästen eingegraben, damit das Wasser aus der Dachrinne nicht immer eines meiner Beete überschwemmt. Übrigens, es hat hier in den letzten Monaten so viel geregnet wie seit 30 Jahren nicht mehr. Im Süden waren beim Öffnen der Schleußen eines Staudammes 25 Farmen und die Stadt Mariental überschwemmt. Es gibt Überlegungen, die Stadt zu verlegen. Es hat sich wieder einmal bestätigt, dass man in der Wüste leichter ertrinkt als verdurstet.



Kenned Filemon hat in den Ferien im Dezember und Januar ein Praktikum in der Bücherei das Landwirtshafts- Ministeriums machen müssen. Dafür hat er beantragt, für jeden Arbeitstag Taxi - und Essensgeld zu bekommen. Auf meine Frage, wieviel er für einen Monat brauche, hat er gemeint, so N$ 240 wären genug. Wir haben dann gerechnet, dass er: täglich N$ 28 braucht und das an 20 Tagen Plötzlich brauchte er also N$ 560. Was ich und er dabei gelernt haben, brauche ich nicht zu schreiben. Fillemon kam am Anfang 2006 und sagte, er wolle freiwillig wieder eine Konto führen.



Simon, einem Studenten mit sehr guten Noten, der immer nasebohrend vor mir saß, hatte ich eine Nasencreme geschenkt. Inzwischen studiert er in Kuba. Vor Weihnachten und jetzt schon wieder hat er angerufen und auch E-Mails geschrieben. Seine Anrede "Dear aunti, liebes Tantchen," rührt mich sehr."


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